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Thomas Kube

Offizieller Baustart für das neue Feuerwehrgerätehaus in Lüchtringen: So wars – so wird’s!

Lüchtringen (TKu). Aufgrund der in den vergangenen Tagen herrschenden winterlichen Wetterlage wurde am Dienstagnachmittag der symbolische erste Spatenstich für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses der Löschgruppe Lüchtringen nachgeholt. Danach ging man direkt zur Grundsteinlegung über. In den Grundstein soll in Kürze noch eine Zeitkapsel eingepflegt werden, welche die aktuellen Tageszeitungen von Dienstag, den 24. Februar, einen Satz Hartgeld, einen Kümmerling, ein Blaulichtwasser sowie ein aktuelles Foto der Löschgruppe Lüchtringen enthält. Mit dem offiziellen Baustart rückte die Löschgruppe Lüchtringen geschlossen an: Mit beiden Einsatzfahrzeugen fuhren zwei Gruppen an die Baustelle, wo bei sonnigem Wetter der Beginn eines wichtigen Projekts markiert wurde. Ebenfalls mit dabei war auch eine große Abordnung der Ehrenabteilung der Löschgruppe Lüchtringen. Unter ihnen war auch der langjährige ehemalige stellvertretende Löschgruppenführer Josef Korte. Er war bereits bei der Grundsteinlegung des inzwischen abgerissenen Gerätehauses an gleicher Stelle mit dabei, das im Jahr 1964 fertiggestellt worden ist.

Errichtet wird das neue Feuerwehrgerätehaus am bisherigen Standort in der Allenbergstraße. Dort entsteht ein modernes und zukunftsfähiges Gebäude, das optimale Voraussetzungen für Einsätze, Ausbildung und das kameradschaftliche Miteinander bietet. Bürgermeister Daniel Hartmann hob beim Baustart die Bedeutung der Investition hervor: „Mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses investieren wir gezielt in die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger und stärken zugleich das Ehrenamt vor Ort. Die Löschgruppe Lüchtringen erhält damit ein Gerätehaus, das den heutigen Anforderungen entspricht und Raum für die Zukunft bietet.“ Das neue Gebäude ist klar strukturiert und gliedert sich in zwei Funktionsbereiche: eine eingeschossige Fahrzeughalle sowie einen zweigeschossigen Sozialtrakt. In der Fahrzeughalle werden künftig drei Stellplätze für Einsatzfahrzeuge sowie die notwendigen Nebenräume zur Verfügung stehen. Ergänzt wird dieser Bereich durch eine separate Garage für ein Boot. Der Sozialbereich umfasst im Erdgeschoss Umkleideräume, getrennt nach Geschlechtern, mit insgesamt 53 Spinden für Männer und 8 Spinden für Frauen. Die angrenzenden Sanitärräume bilden eine funktionale Pufferzone zwischen Umkleiden und Fahrzeughalle. Im Obergeschoss entstehen ein rund 100 Quadratmeter großer Fortbildungsraum, weitere Sanitäranlagen sowie ein Büro für die Feuerwehr.

Architekt Schmidt verwies auf die durchdachte Planung des Neubaus: „Das Gebäude ist funktional gegliedert, bietet kurze Wege und schafft sichere sowie zeitgemäße Arbeitsbedingungen für die Einsatzkräfte.“ Der Neubau wird in Massivbauweise mit Flachdach errichtet. Mit der Ausführung der Bauarbeiten ist die Firma Nolte Hochbau beauftragt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz: Die Beheizung erfolgt über eine Wärmepumpe, sämtliche Räume werden mit Fußbodenheizung ausgestattet, während in der Fahrzeughalle die Bodenplatte thermisch aktiviert wird. Zusätzlich ist auf dem Flachdach eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Insgesamt verfügt das Gebäude über eine Nutzfläche von rund 565 Quadratmetern bei einem Bruttorauminhalt von etwa 2.780 Kubikmetern. Der Alarmzugang erfolgt über den Plattenweg, an dem auch die Alarmparkplätze angeordnet sind. Der öffentliche Eingang sowie die Feuerwehrausfahrt orientieren sich zur Allenbergstraße und sorgen für klare und sichere Abläufe im Einsatzfall. Wehrführer Jürgen Schmits machte deutlich, wie notwendig der Neubau ist: „Das bisherige Gerätehaus aus dem Jahr 1964 entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der Neubau ist ein wichtiger Schritt, um Einsatzbereitschaft, Ausbildung und Arbeitsschutz dauerhaft sicherzustellen.“ Auch Löschgruppenführer Bohnenpoll sieht der Zukunft positiv entgegen: „Mit den neuen Räumlichkeiten schaffen wir beste Voraussetzungen für eine leistungsfähige Feuerwehr und zeitgemäße Ausbildung. Davon profitieren sowohl die Aktiven als auch der Nachwuchs.“

Dem eigentlichen Baustart waren umfangreiche Abbruchmaßnahmen vorausgegangen. Neben dem bisherigen Feuerwehrgerätehaus wurden auch die Gebäude des alten Bauhofs sowie die ehemalige Schule von Lüchtringen zurückgebaut, um ausreichend Platz für den Neubau zu schaffen. Das anfallende Abbruchmaterial wurde vor Ort aufbereitet und für die Gründung des neuen Gebäudes wiederverwendet. Bereits Anfang Dezember hatten die Erd- und Fundamentierungsarbeiten begonnen. Da der Neubau am selben Standort entsteht, ist die Feuerwehr während der Bauphase vorübergehend in einer landwirtschaftlichen Halle in der Langen Straße untergebracht, um die Einsatzbereitschaft jederzeit sicherzustellen. Der markante Gedenkstein sowie die große Eiche neben der ehemaligen Schule bleiben erhalten und werden in die Gestaltung des neuen Umfelds integriert. Die Fertigstellung des neuen Feuerwehrgerätehauses ist für Mitte 2027 geplant. Bis dahin vefügt die Löschgruppe über eine gemietete Scheune für die Einsatzfahrzeuge und die Ausrüstung samt Container für die Einsatzkleidung.

Foto vorne von links: Wehrleiter Jürgen Schmits, Marius Harting (stellv. Löschgruppenführer), Alexander Titze (Baumamt), Andreas Bohnenpoll (Löschgruppenführer), Llaner Wilhelm Luft, Bürgermeister Daniel Hartmann, Dezernatsleiter Stefan Fellmann, Dominik Brokmann (stellv. LGF) sowie Architekt Werner Schmidt.

Kurzgeschichte der „Spritzenhäuser“ der Feuerwehr Lüchtringen:

Das erste Spritzenhaus der Feuerwehr Lüchtringen befand sich gegenüber der Kirche und diente über rund 150 Jahre nicht nur zur Unterbringung der Löschgeräte, sondern zeitweise auch als Dorfgefängnis. Mit den Jahren wurde das Gebäude zunehmend baufällig. Aufgrund der Kriegs- und Nachkriegszeit verzögerte sich ein Neubau erheblich. Erst nach der Währungsreform 1948 konnten Planungen aufgenommen werden, die schließlich in den 1950er-Jahren konkretisiert wurden. 1964 konnte das neue Feuerwehrgerätehaus an der Allenbergstraße bezogen werden; das erste Spritzenhaus wurde 1967 abgerissen. Das vor 62 Jahren errichtete Gerätehaus wurde über Jahrzehnte hinweg genutzt und ständig durch Umbauten und Eigenleistungen an die Bedürfnisse der Feuerwehr angepasst, unter anderem durch Modernisierungen der Fahrzeughalle und einen Anbau im Jahr 2005. Trotz dieser Maßnahmen entsprach das Gebäude zuletzt nicht mehr den heutigen Anforderungen. Das Feuerwehrgerätehaus wurde daher zusammen mit der alten Schule im Jahr 2025 abgerissen, um Platz für den Neubau, der nun entsteht, zu schaffen.

Fotos: Thomas Kube